Teil eines Werkes 
13. Band, Humphry Klinkers Fahrten : Roman : 1. Band (1841) The expedition of Humphry Clinker
Entstehung
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An Miß Willis in Glouceſter. Bath, den 26. April. Theuerſte Freundin!

Ich kann Ihnen nicht beſchreiben, wie viel Freude mir Ihr Brief gemacht hat, den ich geſtern erhielt. Gewiß, Liebe und Freundſchaft ſind höchſt angenehme Leidenſchaften, und Abweſen⸗ heit erhöht und verſtärkt ihre Reize. Ihr gütiges Geſchenk, die Granaten⸗Armbänder, werde ich ſo ſorgfältig verwahren, wie meinen Augapfel; ich bitte Sie, beifolgendes Etui und die ſchild⸗ krötene Schreibtafel als ein geringes Zeichen meiner unveränder⸗ lichen Freundſchaft und Treue dagegen anzunehmen.

Bath iſt für mich eine ganz neue Welt. Nichts als Fröhlich⸗ keit, gute Laune und Zeitvertreib. Für Augen und Ohren iſt im⸗ mer reichlich geſorgt durch den Glanz und die Pracht der Kleider und Equipagen, ſowie durch das Geraſſel der Kutſchen, Chara⸗ bancs und Wagen aller Arten. Die luſtigen Glocken ertönen vom frühen Morgen bis in die ſpäte Nacht. Da kommen die Thurmmuſikanten bis vor die Stuben und heißen Einen willkom⸗ men; jeden Vormittag iſt Muſik im Curſaal, Nachmittags Cotillon im Aſſembleezimmer, zwei Mal in der Woche Ball und alle andern Abende Concert; außerdem noch Privatunterhaltungen und Luſtpartien ſo viel man nur will. Sobald wir in unſerer Woh⸗ nung eingerichtet waren, beſuchte uns der Ceremonienmeiſter, ein hübſches Herrchen, ſo ſüß, ſo fein, ſo artig und manirlich, daß man ihn auf dem Lande für den Prinzen von Wales halten könnte; er ſpricht ſo köſtlich ſowohl in Proſa als in Verſen, daß es eine wahre Luſt iſt, ihn anzuhören; auch müſſen Sie wiſſen, daß er ein großer Schriftſteller iſt und bereits fünf Trauerſpiele für die Bühne fertig da liegen hat. Er erwies uns die Ehre, auf meines Oheims Einladung mit uns zu MWittag zu ſpeiſen, und Tags darauf führte er meine Tante und mich überall in