An Dortor Ludwig.
Mein lieber Doctor!
Die Pillen find keinen rothen Heller werth; ich könnte eben ſo gut Schneeballen hinunterſchlucken, um mir die Nieren abzukühlen. Ich habe es Ihnen ja ſchon zwanzigmal geſagt, daß ich ſtarke Do⸗ ſen brauche, und ich bin doch, weiß Gott, alt genug, um meine Konſtitution zu kennen. Warum beſtehen Sie auch ſo hartnäckig auf Ihrem Syſtem? Ich bitte Sie um Alles, ſchicken Sie mir eine neue und ſtärkere Portivn. Ich bin ſo lahm und alle Glieder thun mir ſo weh, wie wenn man mich gerädert hätte. Aber wahr⸗ haftig, mein Gemüth iſt ſo krank, wie mein Leib. Als ob ich nicht für mich ſelbſt ſchon genug zu dauen hätte, liegen mir auch noch die Kinder meiner Schweſter auf dem Hals, ſo daß ich keine ruhige Minute habe. Was brauchen die Leute Kinder in die Welt zu ſetzen, um ihre Nebenmenſchen zu quälen? Ein lächerlicher Zufall, der geſtern meiner Nichte Liddy begegnete, hat mich der⸗ maßen angegriffen, daß ſich ohne allen Zweifel mein Podagra aufs Neue einſtellen wird. Vielleicht ſchreibe ich in meinem Nächſten ausführlicher davon. Morgen mache ich mich anf den Weg nach Briſtol, wo ich leider länger werde bleiben müſſen, als mir lieb iſt. Schicken Sie bei Empfang dieſes William mit meinem Reit⸗ pferde dorthin. Barns ſagen Sie, er ſolle die beiden alten Lagen


