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Nachdem der Menſchenfeind Pickle zu ſeiner Erbſchaft gratulirt und ſeinen beiden Freunden die Hand geſchüttelt hatte, fragte er grämlich, weſſen Mähre denn krepirt wäre, daß man ihn in ſo ver⸗ dammter Haſt von ſeinem Mittagsmahle aufgeſchreckt hätte.„Wir haben,“ ſagte unſer Held zu ihm,„uns verbindlich gemacht, mit zwei liebenswürdigen Damen Thee zu trinken, und es ſollte uns nahe gegangen ſeyn, wenn wir die Gelegenheit verloren hätten, Ihnen eine Freude zu machen.“ Bei dieſer Nachricht ſchrumpfte Crabtree's Ge⸗ ſicht zuſammen wie ein Herbſtblatt; er verfluchte ſeine Willfährigkeit und ſchwur, ſie ſollten ohne ihn in die Theegeſellſchaft gehen; denn Leichtfertigkeit und er hätten ſchon ſeit langen Jahren einander Valet geſagt.
Da ihn inzwiſchen der Bräutigam mit einem alten Fuhrmann verglich, der noch immer gern klatſchen hörte, und einige ſchmeichel⸗ hafte Winke von ſeiner Mannheit ſelbſt noch in den jetzigen Jahren fallen ließ, ſo vermochte er ihn allmählig dahin, ſie zu begleiten. Sie wurden in den Speiſeſaal geführt und hatten noch nicht drei Minuten gewartet, als auch der beſtellte Geiſtliche erſchien, der die Stunde genau eingehalten hatte.
Kaum erblickte Cadwallader den Schwarzrock, ſo fragte er den Hauptmann, ob das der Hauptgelegenheitsmacher wäre? Ehe ihm Gauntlet antworten konnte, fuhr er fort:„Was für ein lockerer Zeiſig doch der Pickle iſt! Kaum iſt er aus dem Kerkerloche her⸗ aus, und hat ein wenig friſche Luft geſchöpft, ſo hält er ſich ſchon einen Kuppler in Prieſterkleidung.“
Die Thüre öffnete ſich jetzt abermals, und Emilie trat herein. Ihr Weſen war ſo voller Würde und ihr Anblick ſo göttlich, daß ſie jeden Anweſenden mit Erſtaunen und Bewunderung erfüllte. Der Lieutenant, der ſie ſeit der Zeit nicht geſehen hatte, da ihre Reize zu ſolcher Vollkommenheit gereift waren, zeigte ſeine Bewunderung und ſeinen Beifall durch den Ausruf:„Wetter noch'nmal, was für 'ne prächtige Galeere!“ Das Geſicht des Menſchenfeindes verwan⸗


