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Funde etwas anvertraute. Doch geſchah der erſte Gebrauch, den er von Crabtree's Beiſtand machte, zum Behuf Gauntlet's, dem er in zwei wichtigen Angelegenheiten aus dem Irrthum half..
Der junge Krieger machte zu dieſer Zeit zwei Frauenzimmern den Hof. Sie nahmen ihn mit einer ſehr verſchiedenen Art auf. Die Eine von ihnen liebkoste ihn durch Zeichen beſonderer Achtung, und ſchmeichelte ihm durch kleine Gunſtbezenugungen mit der Erwar⸗ tung des höchſten Glücks. Die Andere dagegen behandelte ihn ſtets mit ſolcher Strenge und Zurückhaltung, daß er nie Gelegenheit noch Entſchloſſenheit genug fand, ihr ſeine Flamme frank und frei zu erklären.
Da jedes Frauenzimmer eine Vertraute hat, gegen die ſie ihr Herz bei ſolchen Gelegenheiten ausſchüttet, ſo traf ſich's auch, daß Crabtree gerade zugegen war, als jede von ihnen ſich ihrer Geſin⸗
nungen in Rückſicht auf ihren Liebhaber entlud. Er erfuhr aus ihrem eigenen Geſtändniſſe, daß die unzurückhaltende Dame ihn nur wegen des Geldes liebkoste, das er mit Fleiß im Kartenſpiel an ſie verlor, und daß ſie nicht im Mindeſten geſonnen war, ihre Gefällig⸗ keit über die Grenzen gewöhnlicher Höflichkeiten auszudehnen. Die Spröde hingegen war wirklich in ſeine Perſon verliebt, und vermied aus Ueberreſt von Beſcheidenheit ihn bloß deßhalb, weil ſie ſich un⸗ vermögend fühlte, ſeinen dringenden Bitten zu widerſtehen.
Gauntlet nutzte dieſe Entdeckungen, die durch den Kanal ſeines Freundes an ihn gelangt waren. Er verließ die geldſüchtige Buhlerin, und fand Mittel, die Zurückhaltung der Andern zu überwinden. Peregrine ſelbſt ward auf gleiche Art in gewiſſen Meinungen, die er von ſeinem Einfluß auf dieſe oder jene Dame hegte, zurecht gewieſen. Da er ſich nie ungeſtraft beleidigen ließ, ſo entwarf er einen Plan der Rache gegen eine Dame von Stande, der er ſeine gefliſſentlichen Aufwartungen gemacht hatte, und die einen ſtarken muskulöſen Burſchen ihm vorzog. Dieſer war gemeiner Reiter unter
der Leibwache zu Pferd geweſen, und mittelſt der Verwendung einer


