Teil eines Werkes 
2. Theil (1847)
Entstehung
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Land, das ihren Kindern verloren gegangen iſt. Der In⸗

dianer hat auf der Erde keine Heimath mehr. Wehe, er iſt verſchwunden und ſein Name vergeſſen.

Er faltete ſeinen Ueberwurf uͤber der Bruſt zuſam⸗ men und ſtand lange in tiefen Gedanken verſunken. End⸗ lich wandte er ſich zu Margareth und nahm ihre kalte Hand in die ſeinige; ſie bewegte ſich nicht; er legte ſeine Finger auf ihre Stirn; ſie war kalt und ſtarr, wie aus Marmor gehauen; der ſtarke Mann ſtoͤhnte tief auf; einen Augenblick preßte er die ſchlanke, zarte Geſtalt an ſein Herz, dann legte er ſie auf das Gras nieder, ſchnitt von ihren Schlaͤfen eine ihrer langen, ſchoͤnen Locken herab und wandte ſich, die Einſamkeit des Waldes auf⸗ zuſuchen⸗

Ackoree hatte ſich waͤhrend der letzten blutigen Sce⸗ nen zuruͤckgezogen gehalten, jetzt aber kam ſie näher, bog ſich zu Margareth hinab und legte die Hand auf das Herz des bewußtloſen Maͤdchens; es ſchlug ſchwach und eine wilde Freude gluͤhte aus ihren dunklen Augen⸗

Ackoree freut ſich, daß das weiße Maͤdchen lebt, ſie moͤchte, daß ſie lang leide!

Sie ſchaute in das offene, ſtarre Auge und beugte ihre Wange an die Lippen der Ohnmachtigen, den ſchwa⸗

chen Athem zu fuͤhlen. 12*