Den ganzen Tag blieb Margareth, faſt regungslos
an dem Grabhuͤgel, in tiefes, bruͤtendes Nachdenken ver⸗ ſunken, liegen. Die Schatten der Geiſterwelt umſchweb⸗ ten ihre ſchwer geprufte und gemarterte Seele. „Werden wir auch nach dem Tode wieder leben?“ fragte ſie ſich immer auf's Neue und ein Echo aus ihrer innerſten Bruſt ſchien zu antworten:„Der Tod iſt nur
das Zerteißen eines Schleiers; es iſt nur die Entfernung
des Bewohners, der das modernde Haus verlaͤßt.“ Alicens Bibel lag neben ihr, aber geſchloſſen, un⸗
bekannt mit den Beweiſen ihrer Aechtheit, mißtraute
ſie in dieſer, mit Ungluck und Noth auf ſie einſtürmen⸗
den Zeit, Jedem, was nicht aus der eigenen, ſichtbaren Welt herruͤhrte, die ſie umgab.
Heilige Ruhe ſenkte ſich endlich auf ſie nieder, ſ


