Teil eines Werkes 
2. Theil (1847)
Entstehung
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noch einmal durchlebte ſie die Zeit, die ſie in der Mitte von Liebe und Gluͤck, in jener trauten Heimath, weit, weit im ſtillen Walde, zugebracht hatte. Die Stimmen der Kindheit klangen wieder in ihrem Ohr und ſie ver⸗ nahm die leiſen, bruͤnſtigen Gebete; ihre Haͤnde faltend, gab ſie ſich ganz dem heiligen Gefuhle hin.

Es war ein herrlicher Anblick, das ſtolze, ſchoͤne Maͤdchen in dem ſonderbaren fremdartigen Anzug ſich hinuͤberbeugen zu ſehn uͤber die ſchlafende Schweſter, deren Gegenwart all die zarten Saiten ihres inneren Le⸗ bens wieder beruͤhrt und erweckt hatte.

Eine ungewohnte Sanftmuth erfaßte ſie, und zer⸗ ſtreute einen Theil jener Kaͤlte und jenes Stolzes, der ihr nicht allein die Bewunderung, ſondern auch die Ehr⸗

furcht des wilden Volkes gewonnen hatte, in deſſen Mitte ſie geſchleudert war. Sie nahm die Gewänder und unterſuchte ihre fremde Zuſammenſtellung, denn obgleich ſie nie ganz die Tracht fruͤherer Tage ver⸗ geſſen und ſelbſt theilweiſe ihre eigene danach gebildet hatte, ſo war doch die Erinnerung ſelbſt daran, undeut⸗ lich und verwiſcht worden. Sie ſteckte ihren kleinen

Fuß in den Pantoffel und ſchritt vor- und ruͤckwärts