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pen; er ahnte, daß eine Scene bevorſtand, welche er als entſchiedener Feind jeder Aufregung um jeden Preis zu vermeiden ſuchte. Mesdames Adelaide und Sophie gingen aber ihrer Schweſter entgegen.
Als Frau von Beaufremont ihre theure Freun⸗ din,„die ſchöne Irländerin,“ erblickte, erröthete ſie vor Scham über die unwürdige Rolle, die ſie übernommen hatte, unter ihrer Schminke.
„Louiſe,“ ſagte der König, ſeine Tochter mit ernſter Miene auf die Wange küſſend;„dieß iſt eine unerwartete Ueberraſchung.“
„Ich habe die Erlaubniß, Sire, vom heiligen Vater mein Kloſter zu verlaſſen, um Werke der Barmherzigkeit zu üben,“ bemerkte die königliche Nonne.
„Ja, allerdings, ich entſinne mich,“ murmelte Seine Majeſtät, inbrünſtig wünſchend, daß Seine Heiligkeit dieſe Güte nur auf geiſtliche Dinge aus⸗ gedehnt hätte.
„Ich kam hieher, um Eurer Majeſtät dieſe Dame vorzuſtellen— die Tochter eines Ihrer älte⸗ ſten und würdigſten Dieners, den Sie nicht ver⸗ geſſen haben können, da er für Sie geſtorben iſt.“
So viele alte und treue Dienes waren für Ludwig XV. geſtorben, daß er unmöglich mehr der Namen aller ſich erinnern konnte, und es wa⸗ ren deßhalb ſowohl ſie ſelbſt, als deren Dienſte, ſeinem Gedächtniſſe entſchwunden.
In dieſem Punkte war er jeder Zoll ein
önig. „Die Veranlaſſung iſt ganz außergewöhnlich,“


