Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
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chen, deſſen Charakter er gebildet hatte, als einen Schandſleck der Menſchheit und den Fluch Frank⸗ reichs hinterließ.

Daß dieſes Syſtem planmäßig entworfen und vom erſten Anfang an ſyſtematiſch durchgeführt wurde, iſt durch die Wahl des Gouverneurs des königlichen Jünglings erwieſen. Dem Herzog von Villeroy, einem der vollendetſten Wüſtlinge ſeiner Zeit, wurde der wichtige Poſten anvertraut, den er dadurch entehrte, daß er den Leidenſchaften des Prinzen, der kaum mehr als ein Knabe war, nach jeder Richtung Vorſchub leiſtete.

Das Volk blickte mit Schmerz auf die Erzie⸗ hung des Souverains. Von Vorſtellungen konnte in jenen Tagen keine Rede ſein. Die einzige Frei⸗ heit, welche die Preſſe in Frankreich genoß, beſtand in ihrer Zügelloſigteit. Die öffentliche Meinung erhob ſich nie über ein Pasquill oder einen Chan⸗ ſon. Der berühmteſte ſeiner Art, welcher damit anfing:

Villeroy! Villeroy! Hat den König gut bedient

hat der Nachwelt die Verachtung der Nation gegen das elende Werkzeug und deſſen noch viel elendern Gönner überliefert.

St. Simon, der Freund und Lobredner des Herzogs, verſucht zwar ihn von der zu jener Zeit allgemein geglaubten Anklage zu reinigen, daß er den Vater und die Oheime des Königs vergiftet habe, nicht aus dem Grund, daß Seine Hoheit

eines ſolchen Verbrechens unfähig geweſen wäre;