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allgemein, daß er ein Abgeſandter deſſelben an Lovat ſei. Wenn auch ſeine Rede nicht mit der Begeiſte⸗ rung aufgenommen wurde, wie die des Häuptlings, ſo horchte man um ſo aufmerkſamer auf dieſelbe. Er ſchilderte darin das Unrecht und die Mißgriffe des Fremden in ſo eindringlichem Tone, daß jeder der Anweſenden zuletzt ſich ſelbſt für erniedrigt hielt, ſo lange er dem Sachſen geſtatte, ihm Geſetze vor⸗ zuſchreiben. Seine Beſchreibung von dem tapfern Benehmen Carl Eduard's, von deſſen Muth, Menſch⸗ lichkeit, Liebe für die Hochländer und Theilnahme an ollen Gefahren, entlockte ſelbſt einigen dieſer kräf⸗ tigen Menſchen Thränen; und mancher Segenswunſch
wurde laut, mancher Eid freiwillig geleiſtet, deſſen Perſon und Sache mit dem eigenen Herzblut zu ver⸗ theidigen. Wie treu viele darunter ihren Eid hielten, davon weiß die Geſchichte genugſam zu erzählen. Als die Begeiſterung ihren Höhepunkt erreicht hatte, bat, ohne doß ſein Gaſtfreund es gewahr wurde, Sir Allan den Kammerdiener Redburn, der während der ganzen Mahlzeit ihn und Crawford keinen Moment aus dem Auge gelaſſen hatte, ein Paket zu holen, das er auf dem Tiſche in ſeinem Zimmer habe liegen laſſen. Die unbefangene Miene, mit welcher der Wunſch ausgeſprochen wurde, täuſchte die Vorſicht dieſes Menſchen. Crawford verſtand den Wink und benützte die Gelegenheit, ſich wegzubegeben. Glück⸗ licherweiſe war Niemand unter dem Eingangsthore, der ihn zurückgehalten hätte. Bald darauf ſtimmte Fraſer von Goſtuleg das wohlbekannte jacobitiſche Lied an, in welchem der Lord und der Clan mit
₰ lauter Stimme Chor machten.


