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Zweites Kapitel.
Das Wirthszimmer bei Murdoch war ein langes, niedriges Gemach; Wände und Decke waren von Eichenholz, wie man es noch heutzutage in vielen alten Häuſern Edinburghs findet.
Ein ſchweres Karnies, das ſchön ausgeſchnitzte Blumen zierten, zog ſich längs der Decke hin, unter welchem ſich Reihen von maſſiven, meſſingenen Hacken befanden, an welchen die Beſucher ihre Hüte und Mäntel aufhingen. Ein Behälter für Degen, unge⸗ fähr der Art, wie man ihn heutzutage zum Auf⸗ ſtellen von Schirmen hat, befand ſich in der Nähe der Thüre; er wurde aber nie benützt, denn der Geiſt der damaligen Zeit war der Art, daß Niemand ſich geneigt fühlte, ſeine Waffe abzulegen, weil man nicht wußte, wie bald man ſie zur Selbſtvertheidi⸗ gung brauche.
Im Zimmer ſtanden mehrere Tiſche. An einem derſelben, dem längſten von allen, am obern Ende ſaß eine Geſellſchaft von Officieren und jungen Leu⸗ ten aus der Stadt, welche tranken und eine Partie Landsknecht ſpielten, ein Spiel, das damals ſehr in der Mode war. Banknoten und Guineen lagen in verſchiedenen Haufen vor ihnen aufgethürmt.
An einem der Seitentiſche befand ſich Sir Allan Glencairn, der Herr von Monksdale, deſſen naher Nachbar, der Laird von Hinton und mehrere hoch⸗ ländiſche Edelleute, die ihren Claret tranken. Der übrige Theil der Geſellſchaft beſtand aus Sachwaltern, Advocaten, ſowie auch Leuten von zweifelhaftem


