Teil eines Werkes 
5. Band (1860)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

und der treue Matroſe, den er durch ſeine wahnſin⸗ nige Leidenſchaftlichkeit zur Verzweiflung getrieben hatte, ſtanden bleich und bewegt am Wege vor ihm.

„Wirſt Du mir jetzt glauben?“ rief er ganz außer ſich.„Hier, hier! ich ſagte Dir ja, daß ſie mich ver⸗ folgen. Wie mein Kopf ſchwindelt— die Vernunft durch die furchtbare Wirklichkeit zerſtört iſt— mein Sohn— mein gemordeter Sohn— verzeihe mir— verzeihe mir!“

„Vater!“ ſagte Oliver,„aus den Wellen, in. welche ich mich tollkühn geſtürzt habe, hat mich der Himmel wieder zu Ihnen zurückkehren laſſen. Spre⸗ chen Sie nicht von Verzeihung; der Vater hat ſein Kind nicht um Verzeihung zu bitten. Ich kehre mit unerſchütterter Liebe zu Ihnen zurück. Wollen Sie dieſe Liebe zurückweiſen?“

„Du biſt am Leben!“ ſagte ſein Vater;„Gott, kann dieß wahr ſein? An mein Herz, Oliver— an das Herz, das ſich nach Deiner Liebe ſelbſt in den Augenblicken ſehnte, in welchen es Dich am mei⸗ ſten mißkannte— an das Herz, das ſo heftig ſchlägt, als wenn es dieſe gequälte Bruſt zerſprengen wollte, um Dir entgegenzufliegen.“

Unſer Held eilte in die Arme, die ſich geöffnet hatten, ihn aufzunehmen und wurde an das Herz des reuevollen Vaters gedrückt.

Es war ein Bild von nicht gewöhnlichem In⸗ tereſſe, Vater und Sohn auf dieſe Weiſe in einer Umarmung von Liebe und Verſöhnung umſchlungen zu ſehen; Iſabella halb ohnmächtig an ihre kaum weniger bewegte Mutter ſich hängend; während Jack Spears, außer Stande, ſeine Freude zu unterdrücken,