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„Einbildung, meine theure Lady, Einbildung,“ verſetzte der Doctor, an den ſie dieſelbe Frage geſtellt hatte;„eine Form, welche Ihre ne Krank⸗ heit häufig annimmt— eingebildete Unterredungen— die Diagnoſe Ihres Leidens.“
„Elender!“ unterbrach ihn die Lady in einem ſo
kalt verächtlichen Tone, daß dadurch eine augenblick⸗
liche Schaamröthe auf das Geſicht ihres Peinigers trat;„begnügen Sie ſich damit, mich zu quälen und fügen Sie nicht noch Beleidigungen hinzu.
„Sie werden aufgeregt,“ bemerkte der kleine Mann boshaft;„ich fürchte, daß ich ein Bad verordnen muß.“
Lady Fairelough ſchwieg zitternd ſtille.
Das Regenbad iſt, wenn es grauſamerweiſe über eine gewiſſe Zeit ausgedehnt wird, eines der verſchiedenen Strafmittel, durch welches die unglücklichen Bewoh⸗ ner F Irrenanſtalten, die entweder in ihrer Narrheit allzu unruhig, oder die noch nicht närriſch genug ſind, ſo daß ihre Wärter mit ihnen anfangen können was ſie wollen, ſyſtematiſch zum Gehorſam gefoltert werden.
„Ja! ja,“ fuhr der profeſſionsmäßige Verbrecher fort, ſich an ihrem Entſetzen weidend;„die Douche zwanzig Minuten lang wird Ihnen gut thun.“
Lady Fairclough ſtieß einen matten Schrei aus.
„Oder von einer halben Stunde vielleicht.“
„Verſchonen Sie mich,“ rief ſie aus, flehentlich die Hände ringend,—„verſchonen Sie mich!“
„Da haben wir's,“ ſagte der Doctor;„Sie wer⸗ den jeden Augenblick aufgeregter. Man ſieht es an ihren Handbewegungen.“


