16
Neunzehntes Kapitel.
John Compton war einer jener Menſchen, die ihre Beſchäftsgewohnheiten auf alle Handlungen ihres Lebens übertragen. Seine Wohlthaten wie ſeine Ver⸗ gnügungen wurden methodiſch und nach einer ge⸗ wiſſen Schablone ausgeführt. Wenn er etwas Gutes that, ſo konnte er es nur auf ſeine Weiſe thun, und wir treten ſeinem Wohlthätigkeitsſinn nicht zu nahe, wenn wir behaupten, daß ihm die Führung einer Sache eben ſo viel Genuß gewährte, als deren Reſultat.
Bei dem Plane, den der große Citymakler ent⸗ worfen hatte, den Geſundheitszuſtand der Lady Fair⸗ elough und die Ehrlichkeit des Arztes auf die Probe zu ſiellen, berechnete er zum Voraus alle Wechſelfälle des Erfolgs und des Mißlingens, und wog beide nach allen Richtungen eben ſo ſorgfältig ab, als er es bei irgend einer Operation an der Börſe oder auf dem Markte gethan haben würde.
Es war dieß ſo ſeine Art und John Compton konnte ſich davon nicht los machen.
Sein erſter Schritt war, den Oberſten Grey zu bitten, einen Brief, von London datirt, an den Ei⸗ genthümer von Melina Houſe zu ſchreiben, worin er als der Patientin nächſter Verwandter verlangte, daß ihm jeden Monat ein Bericht über deren Geſundheits⸗ zuſtand eingeſchickt werde.
Dieſen Brief ſchickte er ſeinem Buchhalter Barnes mit dem Auftrage, ihn ſogleich zur Poſt zu befördern.
Weder der Major noch der Ausſteller des Briefs begriffen den Nutzen davon.


