Teil eines Werkes 
3. Band (1860)
Entstehung
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Sechsundvierzigſtes Kapitel.

Nach acht Tagen der Ungewißheit und Angſt, wie ſie vielleicht nur wenige Menſchen erduldet haben, wichen endlich die Maſern eine faſt lächer⸗ liche Krankheit für einen Helden, durch ſie auf's Krankenlager geworfen zu werden den Arznei⸗ mitteln, welche ſeiner Mutter Hausapotheke lieferte, und Louis Napoleon hielt ſich für hinreichend ge⸗ kräftigt, um ſeine Flucht aus Ancona bewerkſtelligen zu können.

Wir wiſſen zwar nicht, ob in jener Periode ſei⸗ nes Lebens wirklich ſchon viel von einem Helden in ihm ſteckte; wenn dieß aber der Fall war, ſo mußte ihm ſeine Gefangenſchaft in einem dunkeln Alkoven, welche mindeſtens zehn Tage dauerte, höchſt lang⸗ weilig vorgekommen ſein, ganz abgeſehen von der peinlichen Lage, in der er ſich befand, da er keinen Augenblick ſicher war, verrathen und entdeckt zu werden.

Das Geſicht des Patienten trug noch die Spuren der Krankheit, von der er heimgeſucht worden war, indem ſein Geſicht noch immer. ſtark geröthet und geſchwollen war. Es war dieß übrigens ein Vor⸗ theil für ihn, indem er dadurch weniger kenntlich war. Um ſein Ausſehen noch mehr zu entſtellen, bemalten ſeine Mutter und Mademoiſelle Cochelet ſein Geſicht und bepuderten zu weiterer Vorſicht auch ſein Haar.

So weit waren die Vorbereitungen zur Flucht gediehen, als einer der alten Domeſtiken ein Mann