Teil eines Werkes 
3. Band (1860)
Entstehung
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einem ſolchen Aufzuge zu ſehen. So arm wahr⸗ ſcheinlich auch Euer Herr ſein mag, ſo konnte er Euch doch einen ordentlichen Rock von Trillich oder wenigſtens von Barchent anſchaffen, anſtatt Euch wie ein wildes Thier zu kleiden!“

„Ein ſolches Kleidungsſtück tragen aber alle Schäfer in der Campagna,“ verſetzte Philipp philo⸗ ſophiſch,„und ich bin daran gewöhnt.“

„Ich habe ſchon gehört, daß Gewohnheit zur zweiten Natur wird,“ verſetzte der alte Soldat.„Iht ſeid 3. ein Schäfer, nicht wahr?“

7 a.“

„Und habt Schafe?“

„Eine ganze Menge.“

„So iſt alſo Euer Herr nicht ſo ganz arm?“

„Wer hat Euch denn geſagt, daß er arm ſei?“ fragte Philipp.„Ihr müßt nicht nach dem äußern Schein urtheilen,“ fügte er hinzu, als Antwort auf den bedeutungsvollen Blick, den Peter auf die kah⸗ len Wände warf.

„Er iſt alſo wohl gar reich?“ ſprach dieſer.

„Das habe ich nicht damit geſagt.“

„Spart für ſeinen Sohn?“

Der Mann im Ziegenfelle machte eine raſche Bewegung mit der Fauſt, wie wenn er einen Stoß zu pariren hätte.

„Ihr habt gedient!“ rief Peter Marl, ſeine Hand ergreifend;„das Läugnen nützt Euch nichts, ſo etwas lernt man nicht durch Inſtinkt. Ich bin ein alter Soldat; mich könnt Ihr nicht täuſchen.“

Philipp gab endlich zu, daß er gedient habe; lehnte es aber entſchieden ab, anzugeben, unter wem