30
er von frühem Morgen bis an den ſpäten Abend, aber es blieben deßhalb ſeine Einnahmen doch unter ſeinen Ausgaben, und ſo hatte er unter dieſen Umſtänden keine andere Wahl, als die hundert Pfund, welche ihm als Erbtheil zugefallen waren, 7 anzugreifen. Sein feſter Entſchluß war, der Kranken es an nichts fehlen zu laſſen. Als er eines Abends von der Werfte zurückam, traf er Nancy mit Thränen in den Augen unweit des Hauſes. „Was hat es gegeben?“ fragte er ängſtlich. „Iſt Miß Cheerly wieder ſchlimmer geworden?“ „Sie ſchlummert,“ verſetzte das Mädchen,„und unſere Hauswirthin iſt bei ihr, denn ſonſt wäre ich nicht hier. O Kit! Ich kann Ihnen gar nicht ſagen, wie ſehr es mich drückt, daß wir Ihnen ſo ſehr zur Laſt fallen.“ „Pah!“ verſetzte der Liebhaber mit hoffnungs⸗ vollem Lächeln.„Sie werden mir eines Tages meine Auslagen vergüten.“ „Die geliebte junge Dame fühlt dieß ebenfalls,“ fuhr Nancy fort,„und als der Arzt, wie gewöhn⸗ lich, dieſen Morgen da war, erklärte ſie ihm, daß ſie nach London zurückkehren und ſich dort um Näh⸗ arbeit umſehen wolle.“ „Näharbeit!“ wiederholte der Zimmergeſelle erſtaunt.„Wie kann ſie daran denken, da ſie ſich noch kaum allein im Stuhle aufrecht zu halten vermag.“ „Das ſagte ich ihr auch.“ „Es wäre ihr Tod.“
c——+—— 1—
——


