8
Hätte die junge Dame ſich herbeigelaſſen, zu erſcheinen, ſo wäre es mir ein Leichtes geweſen, den Beweis zu führen, welch' unbegrenztes Ver⸗ trauen nicht nur ſie in dieſe Frau ſetzt, die ſo ſchändlich mißhandelt wurde, ſondern auch, wie ſehr dieſelbe dieſes Vertrauen verdient.“
Hier fing Rebecca an, laut zu weinen.
„Wie lange haben Sie mit Miß Cheerly zu⸗ ſammengelebt?“ fragte der Advokat.
„Seit ihrer Geburt, Herr.“
„Sie hatte Unglück in Geldgeſchäften, nicht wahr.“
„Ja wohl, Herr; ſie lieh fünftauſend Pfund,
Alles, was ſie beſaß, einem Schurken, Namens
Hunket, der ſie darum prellte und das Land verließ.“
„Dieſer Hunket war ein verheiratheter Mann. Iſt es nicht ſo?“
Unmöglich konnte man den Ton, in welchem dieſe Frage geſtellt wurde, ſo wie den Blick, der ſie begleitete, mißverſtehen. Harry Burg zuckte, wie von einer Schlange geſtochen, zuſammen,— eine weitere ſchöne Täuſchung war auf dieſe Weiſe dahin.
Die liſtige Frau beobachtete ein wohlberechne⸗ tes Stillſchweigen.
„Ich frage, ob dieſer Hunket ein verheirather Mann war?“ wiederholte der Advokat.
„Ich weiß darüber nichts anzugeben,“ bemerkte Rebecca in affectirtem Zorne.„Mag man mich mein ganzes Leben lang im Gefängniſſe zurückbehalten, mich in Stücke hauen, ich werde doch kein Wort gegen meine geliebte junge Dame ausſagen.“
Dieß genügte; der Streich hatte getroffen und man ſchrieb die Abweſenheit der Miß Cheerly der
eheih


