Teil eines Werkes 
3. Band (1858)
Entstehung
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Sechsunddreißigſtes Kapitel.

Es liegt eine tiefe Wahrheit in dem Sprichwort: es iſt nicht Alles Gold, was glänzt. Eine große Zahl derer, welche ſich in Auſtralien nieder⸗ ließen(wir ſprechen von dem Zeitraum vor Ent⸗ deckung des Goldes), bildeten ſich ein, dort ein voll⸗ tommenes Arkadien zu finden. Sie hatten in Büchern geleſen, das Clima ſei ſehr geſund, das Land fruchtbar, und wer ſtark und unermüdet zur Arbeit ſich zeige, könne ſich alle Lebensbedürfniſſe in Fülle verſchaffen. Dieß war großentheils richtig, aber man hatte eine Gefahr außer Berechnung ge⸗ laſſen, eine Gefahr, beſonders den Coloniſten drohend, welche auf den ungeheuren Wieſenflächen zerſtreut, fern von einander, ſich den Angriffen nicht wilder Thiere(es gibt dergleichen nicht im Lande), ſondern des wildeſten aller lebenden Geſchöpfe, das heißt des Menſchen, des entflohenen Sträflings, des faulen, des verächtlichen Tagdiebs ausgeſetzt ſahen.

Es iſt wahr, ſie wurden ohne Gnade hingerich⸗ tet, wenn man ihrer habhaft wurde, aber dieß machte ſie nur um ſo wilder, denn ſie wußten, was ihrer von Seiten des Gouvernements und der Coloniſten wartete, wenn dieſe nach irgend einem verzweifelten Gewaltſtreich ſich öfters vereinigten, auf ſie Jagd zu machen. Sie tödteten dieſelben dann durch einen Flinten⸗ oder Piſtolenſchuß mit ebenſo wenig Um⸗ ſtänden, wie die erſten amerikaniſchen Coloniſten ge⸗ genüber den Rothhäuten.

Ungefähr vierzig Meilen von Melbourne breitet