Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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Allmälig machte ſich eine Veränderung der Beiden, welche an dieſem Todtenbette wachten, gel⸗ tend. Sie hefteten ihre Blicke auf einander, wie wenn ihre Seelen ſich einander hätten mittheilen wollen. Durch eine beſondere Willensanſtrengung legte Mabel ihre Hände auf die Arme des Lehnſtuhls und ſuchte ſich zu erheben. Der Blick Allans wurde ſtarr. Sie verharrte in dieſer Attitude, wie unter der Macht eines Zaubers, und ihre Augenbraunen run⸗ zelten ſich.

„Sind Sie krank?“ fragte der Greis.

— Keine Antwort.

„Soll ich der Haushälterin klingeln?“

Dieſelbe Stille.

„Oder ſoll ich Nan Willis rufen?“

Bei dem Namen von Nan bewegten ſich die Lip⸗ pen von Miß Herbert ein wenig, aber ohne einen Ton hervorzubringen, und ihre Hände ließen die Arme des Lehnſtuhls fahren⸗

Mehr als eine Viertelſtunde verfloß und ſie blieb ſtumm und unbeweglich wie im Starrkrampf befan⸗ gen. Ihre ſchwarzen und drohenden Augen waren offen und auf den Hausmeiſter geheftet, der dieſen Blick ſo lange ertrug, bis kalte Schweißtropfen über ſeine runzeligen Wangen herabrieſelten.

Gott ſteh' mir bei!“ murmelte er,„das iſt ein ſchreckliches Schauſpiel.“

Er erhob ſich, nachdem er ſanft ſeine Hand von der des Sterbenden losgemacht hatte, und ſchritt durch das Zimmer; dann kehrte er wieder um, zu ſehen, ob Mabels Augen ihm folgten. Sie Rarrten in das Leere.