2¹0
eingefallene Geſicht, das kurz zuvor noch von Leben und Geſundheit geglüht hatte.
„Es hat ein ſchrecklicher Verrath ſtattgefunden,“ ſagte er.„Burke erklärt unſern Freund für ver⸗ giftet.“
Wharton ſprang bei dieſer Beſtätigung ſeines Argwohns von ſeinem Sitz auf und ſchritt in großer Aufregung durch das Zimmer.
„Entſetzlich!“ rief er.„Wem hat er je etwas zu Leide gethan? Ich kann mir keinen Feind denken. Was mag die Urſache ſein?“
„Vielleicht Rache oder Eiferſucht,“ verſetzte der Oberſt wehmüthig.„Doch zunächſt müſſen wir für ſeine Heilung Sorge tragen. Burke will den ein⸗ gebornen Arzt Mirza Alſchi mitbringen, der ſich am beſten auf die Gifte des Hrients verſteht.“
„Wird man ihm auch trauen können?“
„Wir müſſen— er iſt unſere letzte Hoffnung.“
Mehrere Diener des Hauſes brachten jetzt Jack herein. Haſſan folgte ihnen. Als Wharton ſeiner anſichtig wurde, tauchte ſein ganzer Argwohn wie⸗ der auf.
„Schurke!“ rief er;„wenn es ein ſchlimmes Ende nimmt, ſo ſollſt Du dafür baumeln.“
Der Hindu ſah ihn mit gutgeſpielter Ueber⸗ raſchung an.
„Was hat der Sahib geſagt?“
Wharton wiederholte ſeine Worte. Der Kenſuma würdigte ſie nur eines kalten, verächtlichen Lächelns.
„Sprich! woher kömmt dieſe plötzliche Verände⸗
rung?“ ſagte der Oberſt, auf die beiden bewußtlos daliegenden Geſtalten deutend.
e———
———


