Teil eines Werkes 
1. Band (1860)
Entstehung
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mentlich wo die niederen Leidenſchaften in Frage kommen, eine ſo merkwürdige Aehnlichkeit mit dem Verſtand, daß die Philbſophen wohl keine ſo leichte Aufgabe haben, wenn ſie entſcheiden ſollen, wo der Eine aufhört und der Andere anfängt.

Jack Manders, der ſich zum erſtenmal in ſeinem Leben veranlaßt ſah, einen Schluß zu bilden, zog natürlich den kürzeſten und leichteſten Weg vor, um ſo mehr, da er nie von einem andern gehört hatte, und das Ergebniß war die vollkommene moraliſche Ueberzeugung, daß Onkel Andrew ein ebenſo großer, vielleicht ein noch größerer Spitzbube ſei, als Onkel Mike. Hätte irgend Jemand dem armen freundloſen Knaben geſagt, ſein wohlgekleideter, achtbarer Ver⸗ wandter ſei ein Mörder, ſo würde er es ohne Be⸗ weis geglaubt und ihn, wie der Richter Jefferies Monmouths unglückliche devonſhirer Anhänger, aus

moraliſcher Ueberzeugung verurtheilt haben.

Jacks Entwürfe hatten ſich vorläufig ein doppeltes Ziel geſteckt; einmal wollte er den Aufenthalt des geheimnißvollen Verwandten entdecken, den er ſo unerwartet kennen gelernt hatte, und dann war es ihm darum zu thun, den Namen der Lady her⸗ auszukriegen, die ſich's ſo angelegen ſein ließ, ihr Kind in einer ſo achtbaren Pflege unterzubringen; er zweifelte nämlich nicht, daß es ihr eigenes Kind ſei; denn wie hätte ihm auch von der Möglichkeit träumen ſollen, daß irgend Jemand für den Unter⸗ halt von anderer Leute Kinder Geld zahle? Eine ſolche Uneigennützgkeit war für ihn etwas linerhörtes; es hatte ſich nie Jemand erboten, für ihn zu zahlen.

Welchen Nutzen ihm die eine oder die andere 15*