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Der fünfte Stock enthielt ein Glockenſpiel, das nicht ohne Harmonie war; der vierte war von der Uhr eingenommen; der dritte war zum proviſoriſchen Kerker für den Kaninchenwärter auserſehen worden. Man ſah, daß das hier befindliche Gemach nicht zum erſten Mal einen Gefangenen einſchloß, denn die Thüre beſtand aus maſſivem, mit Nägeln be⸗ ſchlagenem Eichenholz und ungeheure Riegel ver⸗ ſperrten ſie von außen. Das Fenſter war mit Aus⸗ nahme einer ſchmalen Lucke, um das Tageslicht einzulaſſen, vermauert worden, ſo daß jedes Ent⸗ weichen und jede Communication mit den untern Räumlichkeiten unmöglich war.
Den dringenden Bitten des Gefangenen, der die langen Stunden der Finſterniß fürchtete, nach⸗ gebend, hatte der Küſter aus dem untern Stock⸗ werk einen großen eiſernen Fackelſtuhl heraufgebracht, der eine röthliche, traurige Helle in das Gemach warf.
Will Sideler hatte eine Nacht der Unruhe und des Schreckens zugebracht. Seine Anwandlungen von fieberiſchem Schlaf waren durch Träume geſtört worden, worin die Gegenwart und die Vergangen⸗ heit ſeltſam ſich miſchten. Der Tag machte den Qualen des Elenden kein Ende. Der erſte Sonnen⸗ ſtrahl, der durch die ſchmale, als Fenſter dienende Heffnung eintrat, brachte ihm auch nur die ſchreck⸗ liche Ueberzeugung, daß er ſeinem Tode um einen Tag näher gerückt war.
„Das würde nicht ſo viel ausmachen,“ murmelte er,„wenn man mich nur anderswo, als zu Nor⸗ wich hängte! Ich habe als Kind auf dem Schloß⸗


