Teil eines Werkes 
3. Band (1859)
Entstehung
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Du biſt blaß, mager, erſchöpft, Harry! Sag uns, was Dir begegnet iſt. Vermag Geld etwas, um Dich glücklich zu machen? Wir ſind alt, Mat⸗ thäus und ich, und wir brauchen nicht mehr viel.

Matthäus ſagte nichts; er wußte beſſer als ſeine Frau, daß die Traurigkeit ſeines Reffen von Etwas herkam, wofür Geld nichts vermochte.

Nachdem die erſte Aufregung des Wiederſehens vorüber war, begann die Energie, welche bisher den Wanderer durch alle Prüfungen hindurch aufrecht erhalten hatte, dem Bedürfniß der Ruhe zu weichen. Selbſt die geſchwätzige, alte Frau, beunruhigt durch ſeine Bläſſe, beſtand darauf, daß er ſich zu Bette begebe. Einige Augenblicke nachher ſchlief Henry in dem einfachen, aber ſaubern Bette, das er ſo oft in ſeinen Knabenfahren eingenommen hatte.

Der alte Hund wollte ſeinen jungen Herrn bis an die Thüre ſeines Zimmers begleiten, wo er be⸗ harrlich blieb, trotz der wiederholten Bemühungen von Joe Beans und dem Farmer, ihn fortzunehmen. Das treue Thier begnügte ſich, mit dem Schwanze zu wedeln, indem es ein ſchwaches Wimmern aus⸗ ſtieß.

Henry Aſhton hatte einen ſeltſamen Traum dieſe Nacht: es kam ihm vor, als ſitze er mit Ellen in der alten Bibliothek der Abtei, als Sir William Mowbray ihm erſchien, das Geſicht ſtrahlend vor Freude, wie er in den Tagen ſeiner Jugend geweſen ſein mußte, ehe der Kummer ſeine Thatkraft ge⸗ lähmt oder das Gefühl unverdienter Schmach die Quellen ſeines Weſens vertrocknet hatte. Es träumte

Die Abtei Carrow. III. 12