geheirathet habe und mich in zwei Tagen in London
von bemerkenswerther Schönheit, war eben in das Zimmer getreten.
„Hier, theure Herrin, Nachrichten von Ihrem Vormund.... von Oberſt Mowbray,“ ſetzte ſie verlegen hinzu, als ſie ſah, daß Ellen bei dem Wort Vormund, das ihr Sir William in's Gedächtniß
Trief, zuſammenfuhr.
Sie nahm gleichgültig den Brief und legte ihn neben ſich auf das Tiſchchen.
„Und keine Nochrichten von Rom?“ fragte ſie ihre junge Freundin.
„Ach! nein, theure Herrin. Joe hat mir ge⸗ ſagt,“— und bei dieſem Namen wandte die hübſche Suſanne, welche keine andere als Joe Beans Ver⸗ lobte war, ihre erröthende Wange ein wenig ab,— „Joe hat mir geſagt, daß er vor drei Wochen keine erwarte.“
Mit dieſen Worten ſetzte ſie ſich vertraulich auf einen Schemel zu Ellens Füßen und ſchaute ſie mit von Zärtlichkeit glänzenden Augen an. Ellen lächelte
ihr ſanft zu und öffnete des Oberſts Brief; aber bei
den erſten Zeilen fuhr ſie mit der Hand nach dem Herzen, indem ſie einen leichten Schrei ausſtieß, und eine tödtliche Bläſſe verbreitete ſich über ihr Angeſicht.
„Miß Ellen! theure Herrin! In's Himmels Namen, was fehlt Ihnen?“ rief Suſanne.
„Nichts, mein Kind,“ ſagte Ellen.„Ich mußte mich auf das, was kommt, gefaßt machen; mein Oheim meldet mir, daß er eben eine Lady Harebell


