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hatte eben das Band weggenommen, womit die Haare des Mädchens zuſammongehalten wurden, und die ſchwarzen Wogen dieſes Haars überflutheten Ellens weiße Schultern. Das Geſicht der Waiſe war blaß und nachdenklich; doch lächelte ſie von einem Augenblick zum andern, während Mis. Jarmy ihre Haare für die Nacht ordnete, ihre Aya an, die ſich unaufhörlich von der Rechten zur Linken wiegte, indem ſie hindoſtaniſche Worte nach einer langſomen und einförmigen Melodie ſang. 3
„Welche prächtigen Haare Sie haben, Miß Ellen!“ ſagte die Haushälterin,„ganz dieſelben ſei⸗ denen, glänzenden Flechten, wie Lady Marguerite, Ihre Urgroßmutter, deren Portrait dort iſt.“
Das Mädchen erhob die Augen nach dem Bilde dieſer Dame, das an der Wand hing, und wurde von der Aehnlichkeit betroffen. Zara's Blicke nah⸗ men dieſelbe Richtung.
„Sie ſieht nicht eus, als ob ſie glücklich geweſen wäre,“ ſagte die Indierin.
„Nicht glücklich!“ rief Mrs. Jarmy;„ſie hatte die ſchönſten Diamanten in der Grafſchaft und war unbezweifelt der Abgott ihres Mannes!“
„Ich möchte glauben, daß ſie jung ſtarb,“ ſprach die Aya weiter.
„Warum das?“ fragte die Gouvernante mit ſichtbarem Erſtaunen.
„Ich leſe es in ihren Augen,“ antwortete die Indierin;„der Maler war kein mittelmäßiger Künſt⸗ ler; die Augen haben jenen Ausdruck, der ein ver⸗ hängnißvolles und unglückliches Loos andeutet.“


