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alle dieſe Gefuͤhle zuſammengenommen machten, daß er im hochſten Zorne ausrief:„Fort! fort! — Was! Sollen wir hier in der Sonne hal⸗ ten, damit Du uns mit Deinen quemadmo- dums und quapropters peinigeſt?“
Bei dieſen Worten wollte er vorwaͤrts rei⸗ ten, der Doktor aber legte viel zu viel Werth auf ſeine Fertigkeit in der lateiniſchen Sprache, um dieſe guͤnſtige Gelegenheit, dieſelbe zu zei⸗ gen, ſo ungenuͤtzt voroͤbergehen zu laſſen, da⸗ her ſtreckte er den rechten Arm aus, hielt den linken zu deſſen Beiſtand bereit, und fuhr fort: „Etsi conscius sim, Rex clementissime—“
„Ha! Du ſprichſt? Was!“ unterbrach der Koͤnig ihn in furchterlicher Wuth;„ſagte ich Dir nicht, Du ſollteſt gehen? Platz, Du Be⸗ ſtie, Du Narr, Du buckliger Zwerg, oder bei der heiligen Maria, ich uͤberreite Dich!“ Er ſpornte dabei ſein Roß, und wuͤrde ganz ge⸗ wiß ſeine Drohung wahr gemacht haben, waͤre der Doktor nicht behende bei Seite geſprungen, und haͤtte in dem Thorhauſe eine Zuftucht ge⸗ ſucht, den Damm fuͤr den Koͤnig und deſſen Gefolge frei gebend. Die aͤngſtliche, komiſche Art der Flucht des Doktors ſchien Heinrich ſeine gute Laune wiedergegeben zu haben, denn als er bei dem Hauptgebaͤude ankam, wo Sir Lionel, deſſen Gattinn und Tochter, und ein zahlreiches


