bunten Zug, einer orientaliſchen Karavane aͤhn⸗ lich. Der Mangel haͤuslicher Beaquemlichkeit war zu jener Zeit ſo bedeutend, daß die Gro⸗ ßen und Edlen, wenn ſie reiſten, Teppiche mit ſich nehmen mußten, die nackten Waͤnde ihrer Schloͤſſer damit zu bekleiden, und eben ſo auch das meiſte Hausgeraͤth. Bei der Ungewißheit, während des Weges ſelbſt die geringſte Be⸗ quemlichkeit zu finden, laͤßt es ſich erwarten, daß bei einer Reiſe des Hofes das Gefolge un⸗ geheuer war. Kutſchen waren damals noch unbekannt, auch geſtattete die Schlechtigkeit der Landſtraßen, beſonders in den entlegneren Pro⸗ vinzen, dieſes zerbrechliche Reiſemittel nicht. Die vornehmſten Damen reiſten entweder auf Zeltern reitend, oder in einer Art von Palan⸗ kin, das heißt, einem Tragſeſſel, der vermittelſt langer Stangen vorn auf einem, und hinten auf einem zweiten Pferde ruhete. Dies letztere war die Art, auf welche die Koͤniginn bei dieſer Gelegenheit reiſte; ſie war einige Zeit unpaͤß⸗ lich geweſen, und ging nun zur Befeſtigung ihrer Geſundheit in ein mineraliſches Bad. Zuerſt erblickte man nur den Koͤnig und die Koͤniginn, von den Auserwaͤhlteſten des Hof⸗ ſtaates umgeben; das uͤbrige Gefolge mußte in bedeutender Entfernung zuruͤck bleiben, damit der Staub nicht läſtig werde. Selbſt aus
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