Glaſtonbury munteren Schrittes zu, bis er, ei⸗ nen kleinen Huͤgel erſteigend, die beſchattete Seite der ehrwuͤrdigen Abtei vor ſich ſahe, die ihre ungeheuren und unregelmaͤßigen Maſſen gegen den mondbeleuchteten Horizont erhob, mehr einem Gebilde der Phantaſie aͤhnlich, wie man ſie ſich in den Wolkenbildern erſchafft, als einem Bauwerke von Menſchenhaͤnden auf⸗ gefuͤhrt. Die luftigen Thuͤrme und Zinnen, von dem Lichte hell beſchienen, glichen Saͤulen, welche, ohne Fundament, nur in den Wolken hingen, waͤhrend das Mondlicht, welches auf jener Seite in die hohen Bogenfenſter der Ka⸗ thedrale fiel, grade ſo viel Helle verbreitete, als erforderlich war, die Ausdehnung des Ge⸗ baͤudes erkennen zu laſſen. Kein Ton ward gehoͤrt, nichts war zu ſehen, was ſich be⸗ wegte; ſelbſt die Elemente ſchienen ehrfurchts⸗ voll zu ruhen, und als Dudley von dem ſcheuen Gefuͤhle ergriffen, welches die ganze Natur zu beherrſchen ſchien, an die Wohnung des Pfoͤrtners gelangte, hier die Glocke zog, und dieſe dumpf, doch ſtark widertoͤnte, ſchien es ihm faſt, als entweihe dieſer Klang die heilige Stille.
Die Moͤnche waren ſchon zur Ruhe ge⸗ gangen. Der Abt, ſagte man ihm, wie er dies ſchon vom Bruder Franz gehoͤrt, ſei in


