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Seine heftigen, boͤſen Neigungen waren durch Duldung emporgeſchoſſen und zur Reife gedie⸗ hen, jede Sanftmuth und Guͤte aber durch Kaͤlte und Theilnahmloſigkeit im Kern erſtickt
worden. Nur wenig menſchliche Milde ward
ihm von der Natur zugetheilt, aber ſelbſt dies wenige kehrte ſich nach innen, verwandelte ſich in Bitterkeit und Galle, und verdarb ſeine Mo⸗ ral von Grund aus. Schon als Knabe fuͤhlte er ſich allein und ausgeſtoßen. Er hatte keine Verwandte, keine Freunde, er genoß keine Liebkoſungen, hatte keine Feiertage, empfing keine Geſchenke, und Niemand kam ihm freund⸗
lich entgegen. Im Gegentheil ſchien ihn Jeder
zu meiden, und ſich ſeiner zu ſchämen. Wenn ſeines Vaters Haushofmeiſter ſein Schulgeld bezahlte, verlangte er niemals, ihn zu ſehenz der Schulmeiſter, welcher Vortheil aus ſeiner traurigen Lage zog, machte ihn zu einer Art von Laſtbock fuͤr andere Knaben, welche er be⸗ guͤnſtigen wollte, und behandelte ihn mit un⸗ verdienter Haͤrte, und wenn der Juͤngling, welcher das Unrecht eben ſo ſchnell erkannte, als er ſich durch daſſelbe getroffen fühlte, nach der urſache ſeiner Beſtrafung fragte, ſo erhielt er niemals eine Antwort. Einen vollen Kopf
großer als alle andern Knaben ſeines Alters,
uͤbertraf er dieſelben nicht nur an koͤrperlicher


