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„Geſtrandet!“ ſchrie der Oberſteuermam. „Achte Jeder auf ſein Werk.“
Die Sturmſegel ſtanden vor dem Winde und trieben das Schiff noch feſter. Als die Fahrt plötz⸗ lich gehemmt ward, bebte es vom Spiegel bis zum Buge; die Maſten ſchwankten vorne über und Stengen und Raae kamen zu Deck.
„Raſch an die Böte!“ ſchrie der Unterſteuer⸗ mann und die Mannſchaft eilte auf die vorhin verabredeten Poſten.
„An die Böte!“ lautete das Wort, das blen⸗ dend wie ein Blitzſtrahl vor den Paſſagieren nie⸗ derſchlug.
„Nehmt uns mit!“ riefen ſie in ihrer Todes⸗ angſt, und umringten die Matroſen in dichten Haufen.
„Ruhe da!“ rief der Oberſteuermann, der ſich in das Boot geſchwungen hatte, welches auf den Luken des Mitteldecks in ſeinen Klammern ſtand. „Es ſoll alles Mögliche zu Euer Rettung geſchehen. Aber dann müßt Ihr uns freie Hand laſſen. Wenn mit dem anbrechenden Tage Land in Sicht iſt, ſtellen wir eine Verbindung mit demſelben her und bringen Alle in Sicherheit. Bis dahin Ruhe.“
Das feſte Wort des Offiziers beruhigte ſie. Die beiden Steuerleute gewannen Raum. Aber


