28 Valentin Voy
ſcherzte ſo heiter, und ſchien ſich in ſeiner Geſellſchaft ſo gluͤcklich zu fuͤhlen, daß jeder Groll gegen Llewellen bei ihm verſchwand, und dieſer ihm ordentlich lieb wurde. und dieſer gluͤckliche Stimmungswechſel fand auf beiden Seiten ſtatt. Llewellen fuͤhlte ſich ungemein zu Valentin hingezo⸗ gen, und es herrſchte bald unter ihnen ein ſo gutes Ein⸗ verſtaͤndniß, daß ſie beſchloſſen, den Nachmittag virgendwo⸗ gemeinſchaftlich zuzubringen.
Louiſe billigte aber dieſes Arrangement keineswegs. Sie wuͤnſchte, dieſes„irgendwo« moͤchte in ihrem Hauſe ſein, und wuͤrde ohne Zweifel ihr Veto eingelegt haben, hätte ſie nicht ſeit Kurzem ihren gebieteriſchen Ton vollig aufge⸗ geben. Sie hielt es daher kluglich fuͤr paſſend, das vor⸗ geſchlagene Arrangement zu ignoriren. Als nun kein direr⸗ ter Einſpruch geſchah, blieb es bei der Verabredung, und Valentin, der ſeinem Onkel verſprochen hatte, mit ihm zu Mittag zu ſpeiſen, empfahl ſich, nachdem jede Empfindung der Eiferſucht bei ihm erloſchen war.
Er betrachtete Llewellen nicht mehr als Nebenbuhler, und nun der Schleier der Eiferſucht von ſeinen Augen ge⸗ zogen war, bemerkte er, daß jener Eigenſchaften beſäße, die kennen zu lernen großes Vergnügen gewaͤhren wuͤrde.


