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4 Valentin Vor
erreichte. Von ihr geleitet, vermochte er nicht, Walter zur Rechenſchaft zu ziehen; eben ſo wenig wollte er ihn ſeinem eignen Gewiſſen uͤberlaſſen, da dieſes, ſeiner Meinung nach, offenbar den Wunſch einſchlöſſe, er moͤge von ſeinem Ge⸗ wiſſen tuͤchtig gemartert werden. Es drängte ihn, ſeine Vergebung auszuſprechen durch ſein Benehmen kund⸗ zugeben, daß er glaube, jener habe nicht aus angeborner Schlechtigkeit gehandelt, ſondern nur in Folge irgend eines ſchlimmen Einfluſſes, dem er ſich in dem verhängnißvollen Augenblicke nicht habe entziehen koͤnnen. Er that ſein Mog⸗ lichſtes, um Entſchuldigungsgruͤnde fur ihn aufzufinden, in der Abſicht, dadurch eine Art Rechtfertigung fuͤr ſeinen Bru⸗ der herbeizufuͤhren; da es ihm aber gaͤnzlich unmoͤglich war, dieſe Abſicht zu erreichen, ſo lenkte er ſeine Blicke nicht auf das, was Walter geweſen war, ſondern auf das, was aus ihm wuͤrde. Er nahm an, ſeine Reue wäͤre aufrichtig, er wuͤrde fuͤr die Folge tugendhaft leben, und daß folglich der⸗ jenige, der die Macht habe, ihn den Verſuchungen, welche das Elend mit ſich fuͤhrt, zu entreißen, ſeine Pflicht als Chriſt nicht erfuͤllen wurde, wenn er von jener Gewalt kei⸗ nen Gebrauch machte.
In dieſer Gemuͤthsſtimmung erbat ſich der arme Good⸗ man den Rath ſeiner Freunde, mehr in der Abſicht, ſie


