216 Valentin Vor
lockend als moͤglich zu machen ſuchte, und mit ſo viel ju⸗ gendlicher Behendigkeit, als er auftreiben konnte, hinter ihr herlief. Valentin war erſtaunt.»Iſt es moͤglich,« dachte er,„daß ſolch ein Ausruf von einer ſo eleganten Perſon ausgehn kann!« und er ſah auf ſeinen Aermel; als er aber gleich darauf eben jenen Engel den alten Herrn »mein werther Freunde nennen hoͤrte, meinte er, er muͤſſe wohl gegen einen Bäcker oder eine friſch getuͤnchte Wand gelaufen ſein. Doch konnte er ſich bei alle dem nicht von dem Glauben losmachen, daß, obſchon der alte Herr ihr Großvater ſein
koͤnnte, und ſo langweilig und fad' er auch ſein moͤchte,
es doch ſehr unrecht waͤre, ihn ein»Viech« zu nennen. Nachdem er dieſe Scene noch einmat betrachtet, naͤherte er ſich einer dicht hinter dem Vorhange ſtehenden Gruppe vornehmer Perſonen, von denen die meiſten etwa ſechszig Jahre alt waren. Sie hattey einen Kreis gebildet, in deſ⸗ ſen Mitte ein wunderſchönes Maͤdchen tanzte, ohne daß ſie die Gegenwart der ſie umgebenden im Geringſten zu be⸗ merken ſchien. Ihr Haar war mit Blumen und goldenen Kaͤmmen geſchmuͤckt, während ihr reizender Hals mit einer Schnur blitzender Diamanten geziert war, die auf dem Vuſen von beinahe unſichtbaren Fäden gehalten wurde.—
Ihr Anzug war glaͤnzend weiß und aͤußerſt zart, und da


