der Bauchredner. 19
Mit dem Schlage acht uhr rollte der Vorhang auf und zeigte den großen Magier in eine Pferdedecke ge⸗ huͤllt, die er von dem Stallknecht zu dem Zweck geborgt hatte und welche die Stelle eines Talars vertreten ſollte. Sein Aeußeres war ungemein impoſant; denn er hatte einen kangen wallenden Bart umgebunden, der, obgleich ſchwarz, einen außerordentlich cabbaliſtiſchen und patriarcha⸗ liſchen Effect machte, während er ſein Geſicht, ſtatt, wie gewoͤhnlich, mit Zinnober gefärbt— ſorgfaͤltig mit Kreide gerieben, als ſei er von tiefen Studien ſo blaß gewor⸗ den, und mit einem gebrannten Kork vorn einige Li⸗ nien in das Geſicht gezogen hatte, um die Furchen zu be⸗ zeichnen, die anhaltendes Denken dort hervorgebracht.
Als der Enthuſiasmus, womit ſeine Erſcheinung begruͤßt wurde, aufhorte, trat der große Magus mit gebuͤhrender Wuͤrde vor, und redete ſein Publicum folgendermaßen an
»Meine Erren und Damen! ick haben die Ehr ßu ſagen, daß ick werd' Verßiedenes vorſtell, und wenn ick werd haben überßlucken dieſen Swert, ick Sie will geben eine Prob von die Bauckredenkunſt, ſo das ick werd ßeinen ßu reden in die Bauck.«
Was davon verſtanden wurde, erregte große Freude;


