Teil eines Werkes 
Achter Theil (1832) Die lustigen Weiber von Windsor
Entstehung
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Sz. 2. Konig Lear.

Ja dir gebuͤhrt des Weibes Gunſt; mein Narr Beſitzt mich wider Recht. Zaush. Der Herzog, gnäd'ge Frau! (Haushofmeiſter geht ab.) (Albanien tritt auf.)

Gon. Ich war des Pfeifens doch wohl werth!— Alb. O Goneril, Du biſt des Staub's nicht werth, den dir der Wind Ins Antlitz weht. Ich furchte dein Gemuͤth:— Ein Weſen, das verachtet ſeinen Stamm, Kann nimmer feſt begrenzt ſeyn in ſich ſelbſt. Sie, die vom muͤtterlichen Stamm ſich loͤſ't, Und ſelber abzweigt, muß durchaus verwelken Und Todeswerkzeng ſeyn. Gon. Nicht mehr, der Text iſt albern.

Alb. Weisheit und Tugend ſcheint dem Schlechten ſchlecht, Schmutz riecht ſich ſelber nur. Was thatet Ihr? Tiger, nicht Toͤchter, was habt Ihr veruͤbt!— Ein Vater und ein gnadenreicher Greis, Den wohl der rohe Baͤr in Ehrfurcht koſ'te, O Schmach! O Schandthat! fiel durch Euch in Wahnſinn! Und litt mein edler Bruder ſolche That, Ein Mann, ein Fuͤrſt, der ihm ſo viel verdankt?— Schickt nicht der Himmel ſichtbar ſeine Geiſter Alsbald herab, zu zuͤgeln dieſe Greu'l, Muß Menſchheit an ſich ſelbſt zum Raubthier werden, Wie Ungehen'r der Tiefe. Gon. Milchherz'ger Mann! Der Wangen hat fuͤr Schlaͤg', ein Haupt fuͤr Schimpf, Dem nicht ein Auge ward, zu unterfcheiden, Was Ehre ſey, was Kraͤnkung; der nicht weiß Daß Thoren nur den Schuft bedauern, der Beſtraft ward, eh' er fehlt.— Was ſchweigt die Trommel? Frankreichs Panier weht hier im ſtillen Land; Mit ſtolzem Aunbuſch droht dein Moͤrder ſchon, Und du, ein Tugendnarr, bleibſt ſtill und ſtohnſt: Ach warum thut er das? Alb. Schau' auf dich Teufel; Die eigne Haͤßlichkeit iſt nicht am Satan So graunvoll, als am Weibe.

VIII. 28