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Sz 6. König Wear. 341
Edm. Wenn der Inhalt dieſes Briefes wahr iſt, ſo habt Ihr eine große Sache vor.
Cornw. Wahr oder falſch, er hat dich zum Grafen von Gloſter gemacht. Suche deinen Vater auf, daß er gleich zur Rechenſchaft gezogen werde.
Edm.(beiſeit.) Finde ich ihn beſchaͤftigt, dem König bei⸗ zuſtehn, ſo wird das den Argwohn noch verſtaͤrken. Claut.) Ich will in meiner Treue fortfahren, wie ſchmerzlich mir auch der Kampf zwiſchen mir und meinem Herzen iſt.
Cornw. Du ſollſt mein Vertrauen beſitzen, und in mei⸗ ner Liebe einen beſſern Vater finden.
(ſie gehn ab.)
Sechſte Szene. In einer Hütte. (Kent und Gloſter treten ein.)
Gloſter. Hier iſt's beſſer, als in der freien Luft; nehmt es dank⸗
bar an; ich werde zu Eurer Bequemlichkeit hier zufuͤgen,
was ich vermagz ich bin gleich wieder bei Euch. (geht ab.) Rent. Alle Kraft ſeines Geiſtes iſt ſeiner Ungeduld ge⸗ wichen. Die Götter lohnen Euch Eure Freundlichkeit!—
(Lear, Edgar und der Narr kommen herein.)
Edg. Frateretto ruft mir und ſagt, Nero fiſche im Pfuhl der Finſterniß.(zum Narren) Bete, du Unſchuldiger, und huͤte dich vor dem boͤſen Feind.
Narr. Bitt dich, Gevatter, ſag mir, iſt ein toller Mann ein Edelmann oder ein Buͤrgersmann?—
Lear. Ein Koͤnig, ein Koͤnig!—
Narr. Nein,'s iſt ein Buͤrgersmann, der einen Edel⸗ mann zum Sohn hat; denn der iſt ein wahnſinniger Buͤr⸗ gersmann, der ſeinen Sohn fruͤher als ſich zum Edelmann werden ſieht.


