Sz. 4. König Lear. 339
Doch Maͤuſ' und Ratten und ſolch Gethier Aß Thoms ſieben Jahr lang fuͤr und fuͤr. Huͤtet Euch vor meinem Verfolger! Still, Smolkin, ſtill, du boͤſer Feind!— Gloſt. Mylord, habt Ihr nicht beſſere Geſellſchaft? Edgar. Der Fuͤrſt der Finſterniß iſt ein Edelmann, Modo heißt er und Mahu. Gloſt. Ach unſer Fleiſch und Blut, Herr, ward ſo ſchlecht, Daß es die haßt, die es erzeugt.— Edgar. Thoms friert!— Gloſt. Kommt mit mir, meine Treu ertraͤgt es nicht, Zu folgen Eurer Toͤchter hartem Willen; Befahlen ſie mir gleich, die Thuͤr zu ſchließen Euch preis zu geben der tyrann'ſchen Nacht: Doch hab' ich's d'rauf gewagt, Euch auszuſpaͤh'n, Und zeig' Euch, wo ihr Mahl und Feuer findet. Lear. Erſt red' ich noch mit dieſem Philoſophen. Woher entſteht der Donner? Rent. Mein theurer Herr! Nehmt ſeinen Vorſchlag an, Geht in das Haus. Lear. Ein Wort mit dieſem kundigen Thebaner:— Was iſt dein Studium?
Edgar. Den Teufel fliehn und Ungeziefer tödten.
Lear. Ein Wort mit Euch noch insgeheim.
Rent. Draͤngt ihn noch einmal mitzugehn, Mylord!
(noch immer Ungewitter.) Sein Geiſt beginnt zu ſchwaͤrmen. Gloſt. Kannſt du's tadeln? Die Toͤchter ſuchen ſeinen Tod. Das ſagt'ſt du Voraus du guter Kent! Du armer Fluͤchtling! Du fuͤrcht'ſt, der Koͤnig wird verruͤckt: Glaub' mir, Faſt bin ichs ſelber auch; ich hatt''nen Sohn, Verſtoßen jetzt, er ſtand mir nach dem Leben Erſt neulich, eben jetzt:— ich liebt' ihn, Freund, Mehr liebt kein Vater je; ich ſage dir, Der Gram zerſtoͤrt den Geiſt mir. Welche Nacht!— Ich bitt Eur' Hoheit— Lear. O verzeiht;
Mein edler Philoſoph, begleitet uns.


