Teil eines Werkes 
Achter Theil (1832) Die lustigen Weiber von Windsor
Entstehung
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S

Noch ungeſtraft!— Verſteck' dich, blut'ge Hand; Meineid'ger Schalk, und du, o Tugendheuchler, Der in Blutſchande lebt! Zerſcheitre Suͤnder, Der unterm Mantel frommer Ehrbarkeit Mord ſtiftete! Ihr tiefverſchloßnen Graäul, 1 Sprengt den verhuͤll'nden Zwinger, fleht um Gnade Die grauſen Mahner.— Ich bin ein Mann, an dem Man mehr geſuͤndigt, als er ſuͤndigte. Rent. O Gott, mit bloßem Haupt!— Mein gnaͤd'ger Herr, nah' bei iſt eine Huͤrde, Die bietet etwas Schutz doch vor dem Sturm: Ruht dort, indeß ich in dies harte Haus, 1 (Weit haͤrter als der Stein, aus dem's erbaut, Das eben jetzt, als ich nach Euch gefragt, 1 Mir ſchloß die Thuͤr) zuruͤckgeh und ertrotze Ihr karges Mitleid. Lear. Mein Geiſt beginnt zu ſchwindeln. Wie geht's mein Junge? Komm, mein Junge! Friert dich?— Mich ſelber friert. Wo iſt die Streu, Kamrad? Die Kunſt der Noth iſt wunderſam; ſie macht Selbſt Schlechtes koͤſtlich. Nun zu deiner Huͤrde.— Du armer Schelm und Narr, mir blieb ein Stuͤckchen Vom Herzen noch, und das bejammert dich.

Narr. Wem der Witz nur ſchwach und gering beſtellt, Hop heiſa bei Regen und Wind, Der fuͤge ſich ſtill in den Lauf der Welt,

Denn der Regen der regnet jeglichen Tag. Lear. Wahr, lieber Junge.— Kommt zeigt uns die Huͤrde! (geht ab.) Warr. Das iſt'ne huͤbſche Nacht, um eine Buhlerin in Ich will eine Prophezeiung ſprechen, eh' ich gehe:— Wenn Prieſter Worte, nicht Werke, haͤufen, Wenn Brauer in Waſſer ihr Malz erſäufen, Wenn der Schneider den Junker Lehrer nennt,

Kein Ketzer mehr, nur der Buhler, brennt,

Wenn Richter ohne Falſch und Tadel,

Wenn ohne Schulden Hof und Adel,

Wenn Läſt'rung nicht auf Zungen wohnt,

Der Gauner des Nächſten Beutel ſchont,

Wenn die Wuch'rer ihr Gold im Felde beſchau'n,