36 Die luſtigen Weiber A. II.
traverſiren zu ſehn, dich hier zu ſehn, dich da zu ſehn, dein Punto, deine Stoccata, dein Renvers, deine Diſtanz, deinen Montant zu ſehn. Iſt er todt, mein Aethiopier? Iſt er todt, mein Franzmann? Ha, Rodomont! Was ſagt mein Aes⸗ culap? mein Galen? mein Hollundermark? Iſt er todt mein Harnmonarch?— Iſt er todt?
Caj. Pardieu, er ſeyn die groͤßte Memmenprieſter von die Welt; er»aben nik geweiſen ſein Visage.
Wirth. Du biſt ein König von Eaſtilien, Don Orinal; Hector von Graecia, mein Junge!
Caj. Ik bitten, mir ſu atteſtir', daß wir ihm'aben gewar⸗ tet, wir ſechs oder ſieben, ſwei bis drei Stunde, und er ſeyn nik gekomm.
Schaal. Er iſt der i⸗ Herr Doctor: er iſt ein Arzt der Seelen, und Ihr ein Arzt der Leiber: wenn Ihr Euch ſchlagen wolltet, ſo ſtricht Ihr gegen das Haar Eurer Voca⸗ tion. Iſt das nicht wahr, Herr Page?
Page. Herr Schaal, Ihr ſeyd ſelbſt ein großer Fechter geweſen, obgleich jetzt ein Mann des Friedens.
Schaal. Sapperment, Herr Page, obgleich ich jetzt alt bin, und ein Friedensmann: wenn ich einen bloßen Degen ſehe, ſo jucken mir die Finger einen Gang zu machen. Wenn wir gleich Friedensrichter und Doctores ſind, und Diener Gottes, Herr Page, ſo ſpuͤren wir doch einiges Salz der ßugend in uns; ja, Herr Page, wir ſind vom Weibe ge⸗ oren.
Page. Das iſt wahr, Herr Schaal.
Schaal. Es wird ſich ſo ausweiſen, Herr Page. Mein Herr Doctor Cajus, ich bin hergekommen, Euch nach Hauſe zu hohlen. Ich bin ein geſchworner Friedensrichter— Ihr habt Euch verhalten wie ein kluger Arzt, und Sir Hugh wie ein kluger und friedfertiger Seelſorger. Ihr muͤßt mit mir gehn, Ber Doctor.
Wirth. Mit Verlaub, Gaſt Friedensrichter:— He, Monſieur Waſſerforſcher!
Caj. Waſſerforſcher! Was'eißt das?
Wirth. Waſſerforſcher in unſrer engliſchen Sprache be⸗ deutet einen Helden, du Rodomont.
Caj. Pardieu, ſo bin ik eine ſo große Waſſerforſcher, als die Anglais:— du Lump von eine'ans Aff Prieſter! Pardieu, wir wollen ihm habſneide ſeine Ohr.
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