28 Die luſtigen Weiber 1. I.
(Robin kommt.)
Rob. Herr, hier iſt eine Frau, die mit Euch ſprechen moͤchte.
Falſt. Fuͤhr ſie herein.
(Frau Hurtig kommt.) Burt. Einen ſchönen guten Morgen, mein gnadi⸗ er Herr. 2 Falſt. Guten Morgen, meine liebe Frau!
Fr. Zurt. Nicht ſo mit Euer Gnaden Verlaub,—
Falſt. Alſo meine liebe Jungfer.
Fr. Zurt. Das will ich beſchwören; wie meine Mutter war in der Stunde, da ich zur Welt kam.
Falſt. Wer ſchwört, dem glaub' ich. Nun, was bringſt u mir?
Fr. Zurt. Soll ich Euer Gnaden wohl ein paar Worte vorzutragen geruhen?
Falſt. Ein paar tauſend, ſchoönes Kind; und ich werde dich anzuhoͤren geruhen.
Fr. Zurt. Da iſt eine gewiſſe Frau Fluth, Herr; ich bitte, tretet ein wenig naͤher hieher,— ich felbſt wohne beim Herrn Doctor Cajus,—
Falſt. Gut, weiter; Frau Fluth, ſagt Ihr?—
Fr. Zurt. Da haben Euer Gnaden ganz recht; ich bitte Euer Gnaden, kommt ein wenig naͤher auf dieſe Seite.
Falſt. Ich verſichre Dich, Niemand hört uns, meine eignen Leute, meine eignen Leute.
Fr. Zurt. Sind ſie das? der Himmel ſegne ſie, und mache ſie zu ſeinen Dienern.
Jalſt. Nun, Frau Fluth, was iſts mit der?
Fr. Zurt. Ach Herr, ſie iſt ein gutes Geſchöpf. Liebſter Himmel, Euer Gnaden ſind ein Schalk; nun, Gott verzeih' es Euch und uns Allen, darum bitt' ich!—
Falſt. Frau Fluth,— nun alſo, Frau Fluth,—
Fr. Zurt. Ei nun, da habt Ihr das Kurze und das Lange davon. Ihr habt ſie in ſolche Baſtion gebracht, daß es ein Wunder iſt. Der beſte Hofcavalier von Allen, als der Hof in Windſor recitirte, hätte ſie nicht ſo in Baſtion gebracht! Und da gabs doch Ritter und Lords und Edelleute mit ihren Kutſchen, das verſichre ich Euch, Kutſche auf Futſche, Brief auf Brief, Geſchenk auf Geſchenk, und rochen ſo ſuß—(von lauter Biſam,) und rauſchten, ich verſichr' Euch, in Gold und Seide: und in ſo alicanten Ausdruͤcken, und mit Wein und Zucker von den beſten, allerſchoͤnſten Sor⸗ ten, daß es Euch jedes Frauenzimmer gewonnen hätte: und


