58 Ende gut, Alles gut. A MI.
Siebente Szene.
Florenz. Ein Zimmer im Hauſe der Wittwe. (Helena und die Wittwe treten auf.)
Belewa.
Wenn Ihrs bezweifelt, ich ſey Helena, Kann ich Euch nicht noch mehr Beweiſe geben, Will ich nicht ſelbſt die Huͤlfe mir zerſtoren.
Wittwe. Obgleich verarmt, bin ich aus gutem Haus; Ich wußte nie von ſolcherlei Geſchaͤft, Und moͤchte jetzt nicht meinen Namen leihn Zweideutgem Thun.
Bel. Das war auch nie mein Wunſch. Vornehmlich glaubt, der Graf ſey mein Gemal, Und was ich insgeheim Euch anvertraut Sey wahr, von Wort zu Wort: Dann irrt Ihr nicht, Wenn Ihr mir, ſo wie ich gebeten, helft, Und bleibt von Tadel frei. Wittwe. Ich ſollt' Euch glauben: Denn was Ihr mir geboten, macht es klar, Ihr ſeyd ſehr reich!— Zel. Nehmt dieſe Boͤrſe Gold;
Und laßt mich Euren guͤt'gen Dienſt erkaufen. Den ich noch Einmal, Zweimal will bezahlen, Wenns mir gelang.— Der Graf beſtuͤrmt Eu'r Kind, Sein uͤpp'ger Sinn belagert ihre Schoͤnheit, Und ſtrebt nach Sieg:— ſie geb' ihm endlich nach; Wir zeigen ihr, wie ſichs am beſten fuͤgt. Sein ungeſtuͤmes Blut wird nichts verweigern, Was ſie begehrt. Der Graf traͤgt einen Ring, Seit alter Zeit vererbt in ſeinem Stamm Von Sohn zu Sohn, vier, fuͤnf Geſchlechter durch, Seit ihn der Erſte trug: Er haͤlt dieß Kleinod In hoͤchſtem Preis: doch in der heft'gen Glut Nach ſeinem Ziele ſcheints ihm wohl nicht theuer, Bereut ers auch hernach.


