Teil eines Werkes 
Siebenter Theil (1832) Ende gut, alles gut
Entstehung
Einzelbild herunterladen

II.

, e⸗

Sz. 4 Ende gut, Alles gut. 49

Rouſſillon.

(Es treten auf die Gräfin und der Haushofmeiſter.)

Gräͤfin. Ach! wie nur nahmſt du dieſen Brief von ihr? Dachtſt du nicht daß ſie thäte was ſie that, Weil ſie den Brief mir ſchickte? Lies noch einmal! Zaushofmeiſter. Clieſt.) „Sanct Jacob's Pilgrim beut Euch heil'gen Gruß! „Weil Lieb und Ehrgeiz wild mein Herz zerriſſen, „Wandr' ich auf hartem Grund mit nacktem Fuß, „Ein fromm Geluͤbd' erleichtre mein Gewiſſen. „Schreibt Eurem Sohn, ſchreibt meinem liebſten Herren, „Daß er aus blut'ger Schlacht zur Heimath kehre; „Ihn ſegne Frieden hier, indeß ich fern „Mit heißer Andacht ſeinen Namen ehre. „Er mag verzeih'n die Muͤh'n, die ich ihm ſchufz „Ich, ſeine ſtrenge Juno, ſandt' ihn aus „Von Luſt und Scherzen hin zum Kriegsberuf, „Wo auf den Tapfern lauert Todesgraus:

„Denn Er iſt viel zu ſchoͤn fuͤr mich, und Sterben „Dieß ſey mein Loos; Er mag die Freiheit erben!“— Graͤfin. Wie ſcharfe Stacheln in ſo mildem Wort! Reinhold, ſo unbedachtſam konntſt du ſeyn,

Daß du ſie reiſen ließeſt: Sprach ich ſie,

Ich haͤtte wohl ſie anders noch gelenkt; Nun kam ſie uns zuvor. Zaushofm. Verzeiht, Gebietrin! Gab ich den Brief noch dieſe Nacht, vielleicht War ſie noch einzuholen, ſchreibt ſie gleich, Rachſpuͤren ſey vergeblich. Gräfin. Welch ein Engel

Wird den unwuͤrdgen Gatten ſchuͤtzen? Keiner,

zenn Ihr Gebet, das gern der Himmel hoͤrt Und gern gewaͤhrt, ihn nicht vom Zorn erloͤſt Des hoͤchſten Richters. S o ſchreib, mein Rein⸗

old, VII. 4