Teil eines Werkes 
Sechster Theil (1831) Titus Andronicus
Entstehung
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4 Titus Andronicus.

Mit unſern Freunden, durch einmuͤth'gen Ruf Nach ſeinem Wahlrecht, als des Reiches Fuͤrſt Andronicus, der Fromme zubenamt

Fuͤr ſein vielfach und groß Verdienſt um Rom.

in beßrer Krieger, ein getreu'rer Mann

Lebt nicht zu dieſer Stund' in unſrer Stadt:

Er iſt zuruͤck berufen vom Senat

Aus heißem Kampf mit den barbar'ſchen Gothen: Er mit den Soͤhnen, unſter Feinde Schreck, Bezwang dieß ſtarke kriegsgewohnte Volk.

Zehn Jahre ſind es nun, ſeit er zuerſt

Nom's Sache fuͤhrt', und ſtrafte mit dem Schwerdt Der Feinde Hochmuth: fuͤnfmal kehrt' er heim Blurig, nach Rom, die tapfern Soͤhne fuͤhrend Auf Bahren aus dem Feld:

Und nun zuletzt, geſchmuckt mit Ruhmstrophaͤen, Zieht dieſer wackre Titus heim gen Rom, Andronicus, der edle Waffenheld.

Wir bitten Euch, bei ſeines Namens Glanz,

Den Ihr fuͤr wuͤrdig achtet Eures Throns,

Und den Ihr im Senat und Capitol

Zu ehren denkt, und vor ihm hinzuknie'n, Entfernt Euch jetzt, entſagt der Uebermacht,

Schickt heim die Freund', und wie's Bewerbern ziemt, Verfolgt in Fried' und Demuth Eu'r Geſuch.

Sat. Wie ſchoͤn ſpricht, mich zu ſaͤnft'gen, der Tribun! Baſſ. Marcus Andronicus, ich trau ſo ſehr Auf deinen unbeſtechbar graden Sinn; Dich und die Deinen ehr' und lieb' ich ſo, Den edlen Bruder Titus, ſeine Soͤhne, Und ſie, der unſer Sinn in Demuth neigt, Die reizende Lavinia, Zierde Rom's, Daß ich heimſende meiner Treuen Schaar Und meinem Gluͤck und unſtes Volkes Gunſt Vertrau'n will zur Entſcheidung mein Geſuch. (Die Soldaten des Baſſianus gehn ab.) Sat. Freunde, die ſo bereit mein Recht geſchirmt, Ich dank' Euch all' und all' entlaſſ' ich Euch Und meines Vaterlandes Lieb⸗ und Gunſt Vertrau' ich hier mich ſelbſt und mein Geſuch. Rom, ſey gerecht, und ſo gewogen mir,