Sz. 9. Coriolanus. 23
Dienſtwillig, und nicht tapfer! Ihr beſchimpft mich Durch ſo verhaßten Beiſtand. (Alle fechtend ab.)
Neunte Szene. MRückzug geblaſen, Trompeten. Von einer Seite tritt auf
ominius mit ſeinem Heer, von der andern Marcius, den Arm in der Binde, und andre Römer.)
Cominius.
Erzaͤhlt' ich dir dein Werk des heut'gen Tages, Du glaubteſt nicht dein Thun; doch will ich's melden, Wo Senatoren Thraͤn' und Läͤcheln miſchen, Wo die Patricier horchen und erbeben, Zuletzt bewundern; wo ſich Frau'n entſetzen, Und, froh erſchreckt, mehr hoͤren; wo der plumpe Tribun, der, dem Plebejer gleich, dich haßt, Ausruft, dem eignen Groll zum Trotz: Dank, Goͤtter! Daß unſerm Rom ihr ſolche Helden ſchenktet! Doch kamſt du zu des Schmauſes Ueberbleibſel Vorher ſchon voll geſaͤttigt. (Titus Lartius kommt mit ſeinen Kriegern.) Tit. O mein Feldherr!
Hier iſt das Streitroß, wir ſind das Geſchirr. Haͤtt'ſt du geſehn—
Warc. Still, bitt' ich. Meine Mutter,
Die einen Freibrief hat, ihr Blut zu preiſen,
Kraͤnkt mich, wenn ſie mich ruͤhmt. Ich that ja nur, Was ihr: das iſt, ſo viel ich kann, erregt, Wie Ihr es waret, durch mein Vaterland⸗ Wer heut den guten Willen nur erfullte, Hat meine Thaten uͤberholt. Com. Nicht darfſt du Das Grab ſeyn deines Werth's. Rom muß erkennen, Wie koͤſtlich ſein Beſitz. Es waͤr' ein Hehl, Aerger als Raub, nicht minder als Verrath, Zu decken deine That, von dem zu ſchweigen, Was durch des Preiſes hoͤchſten Flug erhoben Beſcheiden noch ſich zeigt. Drum bitt ich dich, Zum Zeichen was du biſt und nicht als Lohn Fuͤr all dein Thun, laß vor dem Heer mich reden.


