Teil eines Werkes 
Fünfter Theil (1831) Coriolanus
Entstehung
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Joh. Mart. Uſterrs Si n in Verſen und Pro ſa. 3 Baͤnde.

Die Werke des Dichters, deren nahe bevorſtehende Er⸗ ſcheinung hiemit angekuͤndigt wird, wurden ſchon laͤngſt in der Schweiz wie in Deutſchland erwartet. Es gebuͤhrt gewiß dem Dichter der harmloſen Aufmunterung zur Freude (Freut Euch des Lebens, welches ſeiner Zeit Eingang gefunden hat ſo weit die deutſche Zunge klingt) nicht der letzte Platz unter den deutſchen Schriftſtellern; ja man darf vielkeicht ohne Uebertreibung behaupten, daß ſeine Werke durch reichen Inhalt und lebendige Dar⸗ ſtellung, Eigenthuͤmlichkeit der Form und Sinnesreinheit dem Beſten zur Seite geſtellt werden duͤrfen, was in aͤhnlicher Beziehung die deutſche Literatur aufzuweiſen hat. Unter Feſthaltung dieſes Geſichtspunkts glaubt man auch keinesweges hiemit ein gewagtes Unternehmen zu beginnen, wie feindſelig auch die dermalige politiſche Con⸗ ſtellation allen Unternehmungen auf dem Gebiete der Literatur und Kunſt entgegen wirken mag; ja man hofft vielmehr dem Publikum damit eine angenehme Erholung von politiſchen Controverſen zu bereiten.

Uſteri's kleine Lieder athmen tiefes Gefuͤhl und hei⸗ tern Frohſinn; ſie ſind gleich ſeinen Balladen durchaus volksthuͤmlich und ſangbar. Seine tiefe Kenntniß des Mittelalters, aus welchem der Stoff zu ſeinen proſaiſchen Erzaͤhlungen geſchopft iſt, giebt dieſen einen Charakter von Wahrheik und Natuͤrlichkeit, der noch durch die ſchlichte Sprache jener Zeit erhoht wird, und ſie verſetzen daher das Gemuͤth in jene behagliche Stimmung, die beim Leſen einer alien naiven Chronik geweckt wird. Der treffende und harmloſe Wiß des Dichters erhoͤht den Ge⸗ nuß ſeiner Schilderungen aus dem taͤglichen Leben, das er mit ſeltenem Zartſinn darzuſtellen wußte.

Einer der vertrauteſten Freunde des Dichters hat ſich zu der Anordnung und Heransgabe ſeiner geiſtigen