Teil eines Werkes 
Dritter Theil (1830) König Richard der Dritte
Entstehung
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20 Koͤnig Richard 2.1.

Die uͤbertrifft, was ich dir weiß zu wuͤnſchen, O ſpar' er ſie, bis deine Suͤnden reif, Dann ſchleudr' er ſeinen Grimm herab auf dich Den Friedensſtoͤrer dieſer armen Welt! Dich nage raſtlos des Gewiſſens Wurm! Argwoͤhne ſtets die Freunde wie Verraͤther, Und Erzverraͤther acht' als Buſenfreunde! Dein toͤdlich Auge ſchließe nie der Schlaf, Es ſey denn, weil ein peinigender Traum Dich ſchreckt mit einer Hoͤlle grauſer Teufel! Du Mißgeburt voll Maͤler! wuͤhlend Schwein! Du, der geſtempelt ward bey der Geburt Der Sklave der Natur, der Hoͤlle Sohn! Du Schandfleck fuͤr der Mutter ſchweren Schooß! Du ekler Sproͤßling aus des Vaters Lenden! Du Lump der Ehre! du mein Abſcheu Gloſt. Margaretha. Marg. Richard. Gloſt. He? Warg. Ich rief dich nicht.

Gloſt. So bitt' ich um Verzeihung; denn ich dachtt, Du riefſt mir all die bittern Namen zu.

Warg. Das that ich auch, doch Antwort wollt' ich nicht. O laß zum Schluß mich bringen meinen Fluch!

Gloſt. Ich thats fur dich: er endigt in Margretha.

Eliſ. So hat eur Fluch ſich auf euch ſelbſt gewandt.

Warg. Gemalte Koͤn'gin! Scheinbild meines Gluͤcks! Was ſtreuſt du Zucker auf die bauch'ge Spinne,

Die dich mit toͤdlichem Geweb' umſtrickt?

Thoͤrin! du ſchaͤrfſt ein Meſſer, das dich wuͤrgt;

Es kommt der Tag, wo du herbey mich wuͤnſcheſt Zum Fluchen auf den giftgeſchwollnen Molch. aſt. Schließ, Wahnprophetin, deinen tollen Fluch, Erſchoͤpf nicht, dir zum Schaden, die Geduld.

Warg. Schand' uͤber ench! Ihr all' erſchoͤpftet meine.

Riv. Berathet euch und lernet eure Pflicht.

Marg. Mich zu berathen, muͤßt ihr Pflicht mir leiſten. Lehrt Koͤnigin mich ſeyn, euch Unterthanen; Berathet mich, und lernet dieſe Pflicht.

Dorſ. O ſtreitet nicht mit ihr, ſie iſt verruͤckt.

Warg. Still, Meiſter Marquis! ihr ſeyd naſeweis. Eur neugepraͤgter Rang iſt kaum in Umlauf.

O daß eur junger Adel fuͤhlen koͤnnte,