Teil eines Werkes 
Erster Theil (1825) König Johann
Entstehung
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ſre Sprache, Literatur und Dichtkunſt ausgeuͤbt hat, und noch in Zukunft ausuͤben wird, iſt nicht zu berechnen. In den mannichfaltigſten Toͤnen, auf die leichtſte und wunderwuͤrdigſte Weiſe entfaltet ſich hier der Reichthum und ſpricht ſich der Wohllaut unſrer herrlichen Sprache aus, und gewinnt im Ringen mit dem Britten neue, ihr eigenthuͤmliche Gebiete, faſt auf dieſelbe wunderbare Weiſe, wie es dem großen Vor⸗ bilde gelang. Und kann auch der Deutſche nicht ganz die Fuͤlle jener Tone wiederholen, ihr alle Formen nachſpielen, die ſich im Original mannichfaltiger, will⸗ kuͤhrlicher und ſeltſamer geſtalten, ſo geſchieht unſrer edlen Sprache wenigſtens auch in den keckſten Nach⸗

bildungen keine Gewalt, und der feinſte Geſchmack

zugelt und regiert die Luſt der genialen Neuerung. Nach dieſer Erklaͤrung mag es Mancher ſonderbar

finden, daß der jetzige Herausgeber und Fortſetzer die⸗

ſes Werkes ſich hier und da Aenderungen erlaubt und zuweilen merklich von der Schlegelſchen Ueberſetzung ab⸗ gewichen iſt. Viele neue Leſearten ſind nur verbeſſerte Druckfehler, die ſich ſchon in die erſte Ausgabe geſchli⸗ chen und in den neueren vermehrt hatten. Eben ſo ſind einige Verſe wieder eingeſchaltet worden, die mein Vor⸗ gaͤnger uͤberſehn, oder der Setzer ausgelaſſen hatte, welches letztere ich um ſo eher glaube, da mein Freund nicht die Correctur ſeines Shakspeare ſelbſt beſorgen konnte. Hie und da habe ich die aͤltere Leſeart herge⸗ ſtellt, die die neueren Herausgeber nur zu oft verdrängt