Wonne— von einer reizenden Südländerin mit dem ganzen Feuer ihres Himmels geliebt zu werden! Was war dagegen die krankhafte Romanenliebe der deutſchen Bertha! Hier fühlte Rudolph zum erſtenmal den Taumel einer Alles überwältigenden Reigung, die keine Grenzen kennt, die ſich nicht in den Mantel mühſam erzwungener Tugendhaftigkeit hüllt, ſondern Liebe um Liebe tauſcht in ſchranken⸗ loſer Hingebung. So ſchwanden Wochen da⸗ hin in ſüßer Vertraulichkeit; Vergangenheit und Zukunft waren den Blicken der Liebenden entſchwunden, ſie lebten nur der Gegenwart. Laura hieß ſeine Geliebte; tauſendmal flüſterte er ihr dieſen Namen zu im ſüßen Minneſpiel, was brauchte er weiter zu wiſſen! Rein, dieſe Laura, dieſes göttliche Weſen, nie hätte ſie ihn um einen lahmen Gottlieb hingegeben! Der Feind näherte ſich der Grenze, die uniformirte Jugend der Hauptſtadt machte keine Anſtalt, ſich zur Armee zu begeben. Richt alſo unſer Held; er nahm Abſchied von ſeiner
Geliebten, und jetzt zum erſtenmal faßte er die
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