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Novellen / von Fr. Seybold
Entstehung
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Im Schatten der Nacht hatten ſich die Gläu⸗ bigen vieler Gemeinden um St. Marcials heilige Eiche verſammelt. Hier, in der Mitte des Waldes, hielten die eidſcheuen Prieſter ihren Gottesdienſt, und das Volk glaubte ihnen allein, weil ſie ſeines Stammes waren, weil ſie mit ihm die Sprache ſeines Landes redeten, und weil es ihren Wandel geſehen hatte von Jugend auf. Die Wundereiche war mit feſt⸗ lichen Kränzen behängt, und an ihrem Fuße ein Altar errichtet; das Kruzifir aber war mit einem ſchwarzen Flor umhüllt, zum Zeichen der Trauer, weil die guten Hirten ausgeſtoßen waren in die Wildniß, und Miethlinge die Heerde des Herrn weideten. Als die heilige Meſſe begann, lag das Volk umher auf den Knieen. Hohe Andacht und felſenfeſter Glaube ſtund auf den ernſten Geſichtern der Zuhörer geſchrieben. Ein neues Heidenthum, in dem chriſtlichen Frankreich entſtanden, hatte ſie ge⸗ zwungen, die Freiheit ihres Gewiſſens in das nächtliche Dunkel einſamer Wälder zu retten. Die Verfolgungen irdiſcher Gewalr aber läutern und